In order to view this object you need Flash Player 9+ support!

Get Adobe Flash player

Startseite
Projekt
Kooperation
Presse
Links
 
 
Aktuelles

PDFDrucken

ARBEITSPAKET 2: Hydraulisches Modell des Wiedausystems

Das auf beiden Seiten der Grenze befindliche Einzugsgebiet und die gemeinsamen Gewässer bedingen eine gemeinsame und koordinierte Wasserwirtschaft, um unter den veränderten Klima- und Abflussbedingungen eine nachhaltige Hochwassersicherheit zu gewährleisten. Eine vorausschauende Planung auf der regionalen und lokalen Ebene kann die Gefährdung erheblich verringern. Dabei ist die Betrachtung der großräumigen Wirkungszusammenhänge von Bedeutung, denn Maßnahmen, die den Schutz vor Hochwasser lokal verbessern, können das Risiko einer Überschwemmung an einer anderen Stelle erhöhen. Dies setzt vor allem Informationen über die gefährdeten Gebiete und den Grad der potentiellen Gefährdung, besonders bei geplanten Veränderungen des Gewässers voraus.

Im Einzugsgebiet der Wiedau sind auf deutscher Seite zahlreiche Wasser- und Bodenverbände unter der technischen Betreuung des Deich- und Hauptsielverbandes Südwesthörn-Bongsiel und auf dänischer Seite die Tønder Kommune, die Aabenraa Kommune sowie der Digelaget for Marsken ved Tønder für die Gewässerbewirtschaftung zuständig. Als Grundlage einer abgestimmten Strategie für klimabedingte Veränderungen ist eine hydraulische Modellierung des Gewässersystems vorgesehen um eine nachhaltige, grenzüberschreitende und koordinierte Wasserwirtschaft am Grenzgewässer zu gewährleisten. Mithilfe dieses Arbeitspaketes soll sich die Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Deutschland in den Bereichen der Wasserwirtschaft von einer starren und strikten Regelung zu einer flexiblen, den zukünftigen Erfordernissen angepassten Zusammenarbeit entwickeln.

ap2_de

Abb.:

Auf dänischer Seite wurde Ende der 1990er Jahre vom damaligen Sønderjyllands Amt ein solches hydrodynamisches Berechnungsmodell für die Wiedau aufgestellt, um das Sicherheitsniveau der Binnendeiche entlang der Wiedau bei Extremereignissen zu berechnen. Dieses Modell soll im Projekt weiter ausgebaut und entwickelt werden. Zum einen werden die bisher verwendeten Daten aktualisiert und zusätzlich Daten der deutschen Seite integriert. Zum anderen sollen in diesem hydraulischen Modell aktuelle Entwicklungen sowie Prognosen des Klimawandels berücksichtigt werden. Als Ergebnis werden konkrete Aussagen zur Wirksamkeit von – auch dem Naturschutz dienenden – Deichrückverlegungen und zur Optimierung von Hochwasserspeichern (Haasberger See) erwartet. Mithilfe des Modells lassen sich Aussagen über bspw. das Verhalten der Speicherräume bei voranschreitendem Klimawandel treffen oder auch die Abhängigkeit der Binnenabflüsse von den seeseitigen Wasserständen.

In Schleswig-Holstein wie auch in Dänemark wird das Berechnungsprogramm „Mike 11“ des DHI verwendet. Hierdurch ist es möglich, ein gemeinsames hydrodynamisches Modell beiderseits der Grenze zu betreiben, mit dem zum Beispiel bei baulichen Veränderungen die Folgen für den Nachbarn abschätzbar werden. Das Modell wird zu einer grenzüberschreitenden und anhaltenden Zusammenarbeit sowie zur Entscheidungssicherheit beitragen.

Die Entwicklung des hydraulischen Modells sowie die Durchführung von verschiedenen Szenerien wird von DHI Hørsholm und DHI Wasy durchgeführt.